Ein langes Jahr geht zu Ende – Jahresrückblick 2021

Drei Motivtassen mit Fledermaus, einer Comicfigur und Blumen. Davor liegt ein zerbrochener Helkel.

Wie fange ich einen Rückblick auf ein Jahr an, das einerseits total turbulent, andererseits sehr geruhsam war? Vielleicht indem ich mir anschaue, wie viel ich von dem, was ich mir vorgenommen hatte, wirklich geschafft habe. Doch wenn ich mir meinen Ausblick von Anfang 2021 anschaue, frage ich mich spontan: ist das wirklich erst ein Jahr her?

Das Jahr, das sich wie mindestens zwei anfühlte

Wenn sich beruflich, organisatorisch und schriftstellerisch alles nur noch von einem Ort und einem Schreibtisch abspielt, zieht sich die Zeit wohl in die Länge. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich mein Jahr so unendlich lang anfühlte. Klar, es gab Höhen und Tiefen, nervenaufreibende Situationen aber eben auch viel normaler Trott.
Anders als sonst wollte ich im Dezember nur noch meine Ruhe haben. Vor der Pandemie war nur mein Autorinnenleben digital aufgestellt. Mittlerweile zieht es sich auch immens durch andere Gebiete. Entsprechend habe ich alles „unnötige“ digitale im Dezember beiseitegeschoben und gemacht, was mir Spaß macht: Schreiben und mich strickernder Weise von meinen Streamingdiensten berieseln lassen. Ein bisschen Lesen war auch dabei.

Was war Gutes im Autorinnenleben?

Fangen wir mit dem Positiven an. Auftrieb hatten mehrere Dinge: meine Schreiborganisation, mein Blog, meine persönliche Weiterentwicklungen. Dazu kommt noch ein abgehakter Punkt.

Schreiborganisation

Womit ich sehr zufrieden bin, ist meine Schreiborganisation. Dazu hatte ich auch schon einen Beitrag geschrieben (Tabellenmotivation – oder: Wenn sichtbare Ergebnisse fehlen). Mein Fazit dazu bleibt nach wie vor: es hilft wirklich. Ich sehe genau, wieviel ich woran gearbeitet habe und wie viel Zeit ich insgesamt hatte. Unerwartet finde ich nur, wie viel Zeit ich tatsächlich in ein einziges Schreibprojekt stecke.
Ob meine Theorie stimmt, dass ich bedingt durch meine Lese-Rechtschreib-Schwäche mehr Zeit investieren muss, kann ich zwar nicht belegen. Aber mein schlechtes Gewissen fällt weg, weil ich nicht mehr das Gefühl habe, mich wegen des langsamen Vorankommens zu wenig meinem Autorinnenleben zu widmen.

Blog

Ich habe es tatsächlich geschafft wieder mehr für meinen Blog zu schreiben. Der war ja bis auf ein paar versprengte Rezensionen so gut wie verwaist und dem habe ich – zumindest ein wenig – entgegengewirkt.
Das möchte ich natürlich beibehalten. Zwar flutschen die Ideen noch nicht wieder regelmäßig, aber ich versuche mir auch dafür wieder dauerhaft Ressourcen in meinem Kopf zu schaffen.

Weiterentwicklung

Tatsächlich kann ich von mir behaupten, dass ich mich dieses Jahr weiterentwickelt habe. Eine seltsame Erkenntnis, weil der Name „Möchtegernautorin“ eben genau darauf abzielt, dass es immer etwas dazuzulernen gibt. Aber ich fange an, meine Komfortzonen zu verlassen.

Ein wenig stolz bin ich auf das Interview im Nornennetz. Gefühlt habe ich dieses sehr zufriedenstellend gemeistert. Situationen, in denen ich frei sprechen muss, waren für mich schon immer schwierig und unangenehm. Aber mit etwas Vorbereitung und dem Wissen, dass da lauter nette Menschen im Nornennetz sind, war es ein wirklich angenehmes Gespräch – trotz all meiner Nervosität.

Zudem habe ich zu etwas zurückgefunden, dass mir wirklich wirklich gefehlt hat: singen.
Ja, ich habe immer gerne gesungen und war bis zu meinem Studium auch immer gerne in Chören. Aber richtig auf der Bühne stehen lag mir nie. Das Internet ermöglicht nun aber andere Möglichkeiten. Dieses Jahr habe ich also angefangen, etwas zu üben, ganz für mich alleine. Und ich habe mich getraut euch via Instagram-Stories daran teilhaben zu lassen. Einfach weil ich gerne singe und Musik einen inspirierenden Anteil an meiner Schriftstellerei hat.

Kurzgeschichte

Ebenfalls zufrieden bin ich mit einer Kurzgeschichte, die ich bei einer Ausschreibung einreichen möchte. Derzeit befindet sie sich bei einigen Testlesenden und ich bin guter Dinge, dass ich sie rechtzeitig fertig bekomme. Planung ist schließlich alles – auch wenn ich länger daran gearbeitet habe, als eingeschätzt.
Das ist auch der einzige Punkt, den ich von meinen Vorhaben für 2021 wirklich abhaken kann.

Die Fails

Richtige Reinfälle hatte ich zum Glück nicht. Dazu bin ich schlicht zu wenig aktiv. Aber dass ich mir Dinge vorgenommen hatte und nicht geschafft, fällt ja auch darunter.

Am ärgerlichsten finde ich, dass mich der Kurzroman, den ich aus “Die kalte Hannah” machen wollte, vor ungeahnte Probleme gestellt hat. Für das, was mir gedanklich vorschwebt stellt die deutsche Sprache mich vor sehr große Schwierigkeiten. Mittlerweile habe ich zwar einen Lösungsweg mit ungewohnten sprachlichen Ausflügen. Trotzdem – oder deshalb? – verursachen neutrale Sprache und ein drittes unbestimmtes Geschlecht leider doch manchmal mehr Gedankenknoten, als mir lieb sind.
Aber ich denke, die Lösung dafür heißt: üben.

Die Überarbeitung des ersten Romans für “Das Haus ohne Zeit” geht leider nur sehr schleppend voran. Aber daran sehe ich zumindest, wie sich auch mein eigenes Schreiben seit der ersten Version vor einigen Jahren wieder verändert hat. Und auch meine Ansprüche an die Darstellung von Charakteren.
Es bleibt da also noch viel zu tun.

Was habe ich 2022 vor?

Allem voran möchte ich natürlich zuerst meine Kurzgeschichte fertig machen und sie wegschicken. Sollte diese nicht angenommen werden, habe ich dafür zwei Dinge im HInterkopf, was ich sonst damit anfangen könnte. Eine davon wäre der erste Selfpublishing-Versuch.

Auch gibt es da noch ein Gemeinschaftsprojekt, das mich unheimlich reiz und zu dem ich einen Kurzroman beitragen möchte. Ob ich damit bis zum angedachten Termin fertig werde, weiß ich nicht, aber das ist das zweite wichtige Projekt in diesem Jahr.

Zwischendrin muss ich wohl noch an meinem “Haus ohne Zeit” weiterbasteln, das soll ja auch noch fertig werden. Am besten auch bevor meine Tochter aus dem Zielgruppenalter wieder raus ist.

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