Ein Ja zum Autor*innenarbeitsplatz!

Ein Laptop mit angeschlossener Tastatur und Maus auf einem, bis auf eine Tasse, leeren Schreibtisch.

Immer wieder lese ich, wie wichtig ein eigener Arbeitsplatz für das Schreiben sei. Bisher kam ich ganz gute ohne aus – zumindest, als die Kinder noch klein waren, als es noch andere Rückzugsmöglichkeiten gab.
Doch mit der Zeit änderte sich das.

Meinen letzten eigenen Schreibtisch hatte ich zu meinen Studienzeiten. Das ist mittlerweile fast 15 Jahre her. Doch mein Schreibtisch blieb beim ersten Umzug nach Ende meines Studiums auf der Strecke – und danach war nie wieder wirklich Platz für einen Arbeitsplatz für mich. Stattdessen besetzte ich mit meinem Laptop diverse andere Tische, breitete mich dort aus und stellte irgendwann doch fest: Es ist lästig keinen eigenen Platz zu haben. Und hinderlich noch dazu. Es fehlte mir eine Rückzugsmöglichkeit, die mir Arbeiten ermöglichte, ohne dabei mittendrin zu sitzen. Dieses „mittendrin“ vermittelte mir nicht das Gefühl, dort wirklich wichtige Dinge erledigen zu können.
Der letzte Versuch, mir eine Art Arbeitsplatz zu schaffen, waren Klapptisch und Klappstuhl. Doch beide zusammen ist nicht besonders bequem und entsprechend lümmelte ich mich zum Schreiben doch lieber auf meinen Sessel im Wohnzimmer – sehr zur Freude der Kinder, denn wenn Mama präsent ist, kann man ja schließlich auch mit ihr reden.
Letztlich litt darunter nicht nur meine eigene Ruhezeit sondern natürlich auch die Konzentration für meine Schreibzeit zuhause. In den letzten Monaten beschränkte sie sich sogar fast nur auf Schreiben im Zug.

Eigentlich aus beruflich-organisatorischen Gründen, aber natürlich auch zum Vorteil für mein Autorinnendasein, habe ich mir nun einen Schreibtisch angeschafft. Auch er steht, wie mein Sessel, im Wohnzimmer. Trotzdem ist es ein ganz anderes Gefühl, an einem Schreibtisch zu sitzen und Sachen erledigen zu können. Ein bequemer Stuhl, eine schöne Arbeitsatmosphäre und alles in Reichweite, was ich so brauchen könnte.
Es ist eine Art Lebensqualität, die ich völlig vergessen hatte. Und ja: Es hilft auch beim Schreiben. Sitze ich an meinem Schreibtisch, wissen die Kinder: Mama arbeitet.

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