Die Überarbeitung

Nachdem ich es nun endlich geschafft habe, die Welten-Saga zu Ende zu schreiben (und lange nicht so zügig, wie ich erhofft hatte), folgt nun der schwierige Teil des Ganzen: Die Überarbeitung.

So viel, wie ich schon über Überarbeitungen gelesen habe, scheint dabei jeder seine eigene Methode zu haben. Man kann das ganze Kapitel für Kapitel angehen, man kann das Manuskript gegenlesen und sich Notizen dazu machen um sie in einem zweiten Durchgang umzusetzen oder man kann es auch in einem einzigen Durchgang machen. Manch einer ist vielleicht so präzise beim Schreiben, dass er nur noch eventuelle Tipp- und Rechtschreibfehler entfernen muss.
Wie auch immer man es macht, wichtig ist doch auch nur, dass am Ende ein solides Manuskript herauskommt, das man guten Gewissens einem Betaleser oder auch schon einem Verlag anbieten kann.

Ich fühle mich wohl mit ganzen drei Durchgängen. Zwar habe ich noch nichts veröffentlicht, aber zumindest schon mehrere meiner Sachen überarbeitet, vornehmlich Kurzgeschichten. Auch meine Blogeinträge bekommen ein Mindestmaß an Überarbeitung, nämlich den ersten Korrekturdurchlauf.
Bei diesem gehe ich den Text im Textdokument einfach noch einmal im Ganzen durch, entferne Fehler und verändere Sätze, die mir beim Lesen nicht zusagen wollen. Manchmal werden auch Passagen dabei gleich gelöscht, weil sie einfach überflüssig sind. Die Arbeit am Rechner eigenen sich für schnelle Gedanken sehr gut.

Der zweite Korrekturdurchlauf ist weit aufwendiger. Ich drucke mir das Manuskript aus und lese es durch, bevorzugt mit Bleistift bewaffnet. Lesen ich etwas auf dem Papier, lese ich aufmerksamer. Mir fallen mehr Dinge auf und ich kann mir Zeit lassen für Formulierungen, da meine Hand nicht so schnell schreibt, wie mein Kopf denken will. Der beschäftigt sich zwangsläufig dadurch länger mit dem Satz, der Formulierung oder auch nur dem Wort. Durch den ersten Durchlauf kann ich im Zweiten mehr der Zusammenhänge integrieren. Dazu kommen meine geliebten Metaphern. Die Meisten kommen wir während dieser Überarbeitungsphase in den Sinn, denn: eine gute Ausformulierung braucht bei mir seine Zeit.
Im Gegensatz zum ersten Korrekturdurchlauf, widme ich mich beim Zweiten dem Manuskript kapitelweise. Ein Kapitel wird zunächst per Hand bearbeitet und dann in die Textdatei übertragen. In dieser Phase fallen mir auch die meisten Szenen zum Opfer. Mag ich die Szenen, kommen sie in mein Archiv der verlorenen Szenen, hier im Blog.

Der dritte Korrekturdurchlauf ist noch einmal ein komplettes Durchlesen des Manuskriptes am Rechner, um wieder diverse Kleinigkeiten auszumerzen, die sich während der zweiten Überarbeitung eingeschlichen haben und zu sehen, wie flüssig es sich nun lesen lässt und ob mich noch etwas stört.

Und dann, ja, dann habe ich das Gefühl, mein Geschreibsel soweit zu haben, dass ich es irgendjemandem wirklich zum Lesen anbieten kann und es ein echtes Buch werden könnte. Ob es das wirklich einmal wird, bleibt abzuwarten.

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