Von Plotknoten und Zettelwirtschaft

Manchmal sind spontane Ideen mit sehr viel Aufwand verbunden, zum Beispiel, wenn man ein Buch geschrieben hat und bei der eigentlich letzten Überarbeitung beschließt, doch noch einmal ein paar Sachen zu ändern. Damit einher gehen neue Kapitel, Streichungen alter, das Umschreiben diverser Passagen und, ja, plötzlich auftauchende Plotknoten, die man noch einmal auseinander nehmen muss, um den Knoten vernünftig neu zu knüpfen.
An einem solchen Knoten arbeite ich gerade. Es ist der Punkt, an dem mehrere Akteure unabhängig voneinander erfahren müssen, wo die finale Konfrontation stattfinden soll und wieder andere davon nichts erfahren dürfen. Aber wie macht man das? Wie benachrichtigt meine Protagonistin ihre Freundin, dass es ihr gut geht? Und wie benachrichtigt mein gemeinster Schurke meine Protagonistin, dass er eben jene Freundin entführt hat, wenn meine Protagonistin in einem sicheren Versteck verweilt? Und wie kommt das auch noch meinem liebster Bösewicht zu Ohren, der zu keiner der Parteien Kontakt hat?
Fragen über Fragen …

Am einfachsten lassen sich solche Verflechtungen mit simplen Briefen lösen – die per Zufall allerdings nur den richtigen Personen in die Hände fallen dürfen. Wie realistisch kann man so etwas noch gestalten?

Ein Versuch:
Die Protagonistin verfasst zwei Nachrichten, eine an ihre beste Freundin, eine an eine Geweihte. In beiden verrät sie ihren Aufenthaltsort nicht. Beide Nachrichten würden jedoch in die Hände der Geweihten fallen, denn sie würde auch die Nachricht an die entführte Freundin erhalten.
Zusätzlich würde bei ihr auch die Nachricht des Entführers auftauchen, denn die Protagonistin hatte sich, bevor sie in das Versteck verschwand, im Tempel eingenistet.
Das Resultat wäre, die Geweihte wüsste nun alles (passender weise ist sie eine Geweihte der Göttin der Weisheit *hüstel*), meine Protagonistin aber gar nichts. Was also nun? Geht die Geweihte die Entführte retten und meine Protagonistin bleibt wohl behütet in ihrem Versteck? Nicht ganz Sinn der Rolle eines Protagonisten …

Den Versuch muss ich also noch etwas überarbeiten, die richtige Balance finden und meine Protagonistin ins Rennen schicken. Es ist ja schließlich nicht so, dass sie nicht in Aktion treten würde. Nur dazu muss sie um die Misere wissen.
Zum Beispiel könnte meine Protagonistin unbeabsichtigt davon vernehmen. Bliebe nur die Frage was und von wem?

Zumindest ist ein Problem schnell gelöst: Mein liebster Bösewicht hat seine Lauscher und Informanten überall. Er muss keinen Kontakt zu niemandem haben, um zu erfahren, was er erfahren möchte – oder muss 😉

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