Lukas ist zu schrecklich

Anmerkung:
Nach der ersten kleinen Geschichte, die ich meinem Sohn geschrieben habe, stellte er fest, dass er mir sagen kann, was er gerne hören möchte und die Geschichten nach seinem Sinnen verändern.
Dieses kleine „Werk“ ist also in Zusammenarbeit mit meinem kleinen Goldelfen entstanden.

Ein paar kleine Änderungen im Detail und den Namen habe ich mir jedoch hierfür noch herausgenommen 😉

Weich und warm in seine Decke eingekuschelt liegt Lukas im Bett, seinen Mauzi ganz fest an sich gedrückt. Lukas schläft nicht mehr, ist aber auch nicht richtig wach. Papa kommt ins Zimmer. Lukas erkennt ihn an seinen schweren Schritten. Der Boden vibriert jedes Mal ein wenig, wenn Papa auftritt, wie bei einem Erdbeben.
Bevor Papa etwas sagen kann, setzt sich Lukas hin und schaut neben sich. Mama ist schon weg, auf der Arbeit. Durch die Ritzen im Rollladen fällt Tageslicht.
„Papa, ich will fernsehen“, fordert Lukas und reibt sich die Augen. Er ist immer noch müde, aber schlafen will er nicht mehr.
Papa nimmt Lukas Decke mit ins Wohnzimmer und schaltet den Fernseher ein. Lukas setzt sich mit seinem Mauzi auf die Couch und wartet, bis der kleine, blaue Elefant und der rosa Hase auf dem Bildschirm erscheinen.
Frühstücken darf Lukas auf dem kleinen Wohnzimmertisch, Banane und Birne. Aber viel Hunger hat Lukas nicht.
„Ok Lukas, anziehen. Wir müssen gleich zum Kindergarten.“ Papa steht plötzlich mit Hose, T-Shirt und Pulli in der Hand neben ihm. Lukas schaut Papa an und wedelt unablässig Mauzis Schwanz hin und her. Er will in den Kindergarten. Er mag die Kinder, besonders Jona und Emilie. Aber Lukas will auch bei Papa bleiben und mit ihm spielen.
„Ich will Mauzi mitnehmen“, erklärt Lukas, während Papa ihm die Socken anzieht und den Pulli überstreift.
Papa runzelt die Stirn, dann nickt er. „Na gut, aber du musst auf Mauzi aufpassen.“
Im Auto sitze Mauzi auf Lukas Schoß.
Am Kindergarten angekommen, öffnet Papa den Gurt und Lukas steigt aus dem Auto. Aber der Spielplatz kommt Lukas so groß vor und im Haus sind so viele Kinder. Papa muss ihn hinein tragen. Er zieht ihm die Schuhe aus und lehnt Mauzi neben ihm an die Wand. Aber jetzt weiß Lukas, dass er nicht hier bleiben möchte, bei all den Kindern. Er will bei Papa bleiben!
„Papa, ich will nicht in den Kindergarten. Ich will nach Hause!“ Lukas steigen Tränen in die Augen.
Papa schüttelt den Kopf. „Nein Lukas, du bleibst hier. Der Kindergarten ist doch schön.“
„Kannst du bitte auch hier bleiben?“, fragt Lukas kleinlaut. Aber Papa will nicht. Er nimmt Lukas und setzt ihn auf Lindas Schoß. Sie ist die Frau, die auf die Kinder aufpasst. Lukas mag Linda, trotzdem weint er, als Papa geht. Er will nicht hier bleiben; er will in sein Bett, zu seiner Decke und seinem Kissen! Er will, dass Papa wieder kommt und ihn mitnimmt. Nichteinmal sein Mauzi kann Lukas trösten. „Ich will nicht hier bleiben! Ich bin zu schrecklich!“, schluchzt Lukas und weint so lange, bis jemand an einem Arm zupft. Jona und Emilie stehen neben ihm. „Willst du mit uns spielen?“, will Emilie wissen.
Lukas wischt sich die Tränen aus den Augen und zieht die Nase hoch. Er nickt und Jona greift nach der einen Hand, Emilie nach der anderen. Dann gehen sie nach draußen auf den Spielplatz und spielen auf der großen runden Schaukel.

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